Jahresprogramm 2009
Geboren in der Weimarer Republik
Geboren in der Weimarer Republik ist eine Gesprächsreihe mit prominenten Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Wissenschaft anlässlich des Jubiläums der Weimarer Verfassung. Historische Ereignisse und persönliche Erlebnisse eröffnen einen ungewohnten Blick auf 90 Jahre Gesellschafts- und Alltagsgeschichte und auf Menschen, die diese Geschichte - auf eigene Art - miterlebt und mitgestaltet haben.
Wir haben Menschen eingeladen, die noch in der Weimarer Republik geboren wurden. Sie haben als Kinder und Jugendliche das Scheitern der Republik und die Durchsetzung der nationalsozialistischen Diktatur erlebt. Sie haben diesen Übergang ganz unterschiedlich wahrgenommen: die einen waren als Jugendliche begeistert vom Nationalsozialismus, während die anderen früh Ausgrenzung und Verfolgung erlitten haben. Nach der Befreiung vom NS-Regime im Mai 1945 bemühten sie sich um ein Neubeginnen und ein gemeinsames "Nie wieder". Zusammen mit den jeweiligen Gesprächspartnern wollen wir diskutieren, welche Erfahrungen diese Generation geprägt haben und welche Konsequenzen sie nach 1945 aus dem Scheitern der Weimarer Demokratie gezogen haben.
Als U-Boot im Widerstand.
Dienstag, 25. August 2009, 18.00 Uhr, Reithaus Weimar
Sie nannten sich selbst U-Boote, die Berliner Juden, die während der Nazi-Herrschaft aus Angst vor der Deportation in den Untergrund gingen. Anfang 1943 muss auch der 1926 in Berlin geborene Eugen Herman-Friede untertauchen, der Schutz des nichtjüdischen Stiefvaters reicht nicht mehr aus. Er findet Zuflucht in Luckenwalde, einer Kleinstadt bei Berlin. Bald schon bilden hier Nazi-Gegner, die Juden verstecken, eine Widerstandsgruppe, an deren Aktivitäten sich auch Eugen Herman-Friede beteiligt. Er zieht Flugblätter ab und verteilt sie, und er hilft dabei, Verfolgten Unterschlupf und falsche Papiere zu besorgen, bis er im Dezember 1944 von der Gestapo verhaftet wird. Das Ende der NS-Diktatur bedeutet für ihn die Befreiung aus der Gefängnishaft. Er beginnt ein neues Leben in der SBZ, das bereits 1948 durch eine erneute Inhaftierung wegen angeblicher Wirtschaftsverbrechen gewaltsam unterbrochen wird. Nach seiner Entlassung geht Herman-Friede nach West-Berlin. Erst spät entschließt sich Eugen Herman-Friede, der heute im Rhein-Main-Gebiet lebt, über seine Erfahrungen mit Verfolgung und Widerstand zu erzählen, u.a. in seinem Jugendbuch „Abgetaucht! Als U-Boot imWiderstand“.
Moderation: Peter Reif-Spirek, Landeszentrale für politische Bildung Thüringen
Einladung als PDF
Kontakt: | Ulrich Ballhausen (EJBW) |
Anmeldung: | |
Angebot für: | Studenten, Schüler, Interessierte, Historiker, |
Veranstaltungsort: | Reithaus im Park an der Ilm in Weimar, 18.00 Uhr |
Kosten: | Diese Veranstaltung ist kostenfrei. |
Kooperation: | Europäische Jugendbildungs- und Jugendbegegnungsstätte Weimar (EJBW), |

